Jelena Davitković

ist Pianistin, Cembalistin und Musikpädagogin mit über zehn Jahren Erfahrung im Unterricht an Musikschulen in Belgrad (Serbien), Passau (Deutschland) sowie an Musikschulen des Landes Kärnten (Österreich). In Graz, wo sie ihren Lebensmittelpunkt hat, unterrichtet sie Klavier an der Musikschule „Helmut Schmidinger“.

Ihre Tätigkeit in verschiedenen Ländern hat ihr wertvolle Einblicke in unterschiedliche pädagogische Ansätze gegeben und ihre Fähigkeit gestärkt, den Unterricht individuell auf die Bedürfnisse und Ziele ihrer Schüler:innen anzupassen.

Gleichzeitig blickt sie auf eine vielfältige internationale Konzerttätigkeit zurück: Jelena ist Preisträgerin mehrerer internationaler Wettbewerbe und konzertierte als Solistin, Kammermusikerin und Komponistin in Österreich, Deutschland, Serbien und Italien.

Diese künstlerische Erfahrung fließt direkt in ihre Unterrichtspraxis ein – als lebendige Verbindung von Bühne, Pädagogik und musikalischer Persönlichkeit.

Konzertpraxis

In den letzten Jahren spielte Jelena regelmäßig in unterschiedlichen musikalischen Kontexten – von historischer Aufführungspraxis bis zu zeitgenössischer Ensemblearbeit.

So trat sie 2024 beim Festival Summa Sonorum in Frohnleiten (Österreich) als Cembalistin mit Werken von Vivaldi auf und konzertierte im Jahr zuvor mit der Bläserphilharmonie Kärnten im Rahmen eines außergewöhnlichen Programms für Klavier, Cembalo und Bläserensemble.

Zu ihren weiteren künstlerischen Tätigkeiten gehören Auftritte als Basso-Continuo-Spielerin bei Accademia degli Unisoni in Venedig und beim Konzert Alte Musik in Wasserburg in Deutschland. Ein besonderes Projekt war ihre Mitwirkung als Cembalosolistin beim Bach-Geburtstagskonzert mit dem Euridice Barockorchester, bei dem sie das Cembalokonzert in F-Dur (BWV 1057)  von J. S. Bach aufführte – ein Werk, das ihre Leidenschaft für historische Aufführungspraxis und virtuose Klanggestaltung besonders deutlich zum Ausdruck bringt.

Ausbildung

Bereits im Alter von vier Jahren begann Jelenas musikalische Reise: Die ersten Tasten lernte sie von ihrer Mutter und von da an war Eines klar: Musik würde ihr Leben prägen.

Ihr Weg führte sie an die renommierte Musikschule „Josip Slavenski“ in Belgrad (Serbien), wo sie ihre Fähigkeiten vertiefte und das Fundament für eine professionelle Laufbahn legte.

Das Bachelorstudium im Fach Klavier absolvierte sie an der Kunstakademie der Universität Novi Sad (Serbien) in der Klasse von Professor Vladimir Ogarkov.

Professor Ogarkov – selbst Schüler und Assistent des legendären Emil Gilels am Moskauer Konservatorium – vermittelte Jelena eine tief verwurzelte pianistische Tradition, die im 20. Jahrhundert ihre bedeutendste Entwicklung erfuhr, sowie die pädagogischen Ansätze von Heinrich Neuhaus und Leopold Godowsky.

Im Anschluss schloss sie mit Auszeichnung ihr Masterstudium im Konzertfach Klavier an der Musikfakultät der Universität Belgrad bei Professorin Maja Rajković ab.

Doch ihre Neugier und Leidenschaft trieben sie weiter: In Österreich, an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz, verfeinerte sie ihr pädagogisches Können.

Dort absolvierte sie bei Professor Sven Birch das Masterstudium in Instrumental(Gesangs)pädagogik, das sie mit ausgezeichnetem Erfolg sowohl in der künstlerischen Abschlussprüfung, als auch in ihrer schriftlichen Masterarbeit abschloss.

Ein besonderes Herzensanliegen ist für Jelena die Alte Musik.

Bereits während ihres Bachelorstudiums belegte sie Orgel als Zweitinstrument bei Zoltán Borbély.

An der Anton Bruckner Privatuniversität vertiefte sie diese Leidenschaft und studierte Cembalo bei der renommierten österreichischen Cembalistin Anne Marie Dragosits, sowie Hammerklavier bei Professor Wolfgang Brunner.

Im Rahmen ihrer akademischen Ausbildung widmete sich Jelena in ihren wissenschaftlichen Arbeiten sowohl dem Klavier, als auch dem Cembalo. Ein Schwerpunkt ihrer Forschung lag auf den pädagogischen und ästhetischen Zielsetzungen in Johann Sebastian Bachs Klavierbüchlein für Wilhelm Friedemann, sowie im Wohltemperierten Klavier – insbesondere im Hinblick auf deren Bedeutung für die heutige Klavierpädagogik und die Vermittlung historischer Klangideale an Studierende.

Ein weiterer Fokus galt François Couperins L’Art de toucher le clavecin, das Jelena im Kontext der historischen Aufführungspraxis untersuchte. Dabei beschäftigte sie sich mit der Frage, wie Couperins Vorstellungen von Klang, Artikulation und Fingersatz durch ergänzende Übungsmethoden für die Cembaloausbildung der Gegenwart angewendet werden können.

Masterclass und Workshops

Im Laufe ihrer musikalischen Laufbahn nahm Jelena regelmäßig an Masterclasses, Seminaren und interdisziplinären Workshops teil – sowohl zur künstlerischen als auch zur pädagogischen Weiterbildung.

Besonders prägend war für sie der Unterricht bei Ton Koopman, Catalina Vicens und Nicoleta Paraschivescu, durch den sie tiefere Einblicke in historische Aufführungspraxis, stilistische Vielfalt im Cembalospiel sowie improvisatorische Elemente im Sinne der historischen Praxis – insbesondere im Umgang mit Partimenti – gewann.

Weitere wertvolle Impulse erhielt sie beim Festival Ars Vivendi Clavicembalum in Belgrad, wo sie mit Egon Mihajlović, Ricardo Barros, Daniele Boccaccio und Maria del Mar Blanco Moreno arbeitete, sowie durch ihre Teilnahme an der Accademia degli Unisoni in Venedig. Dort widmete sie sich unter der Leitung von Ulrike Hofbauer und Anne Marie Dragosits intensiv dem venezianischen Repertoire des 17. Jahrhunderts und dem Zusammenspiel von Gesang und Cembalo im kammermusikalischen Kontext.

Auch ihr pianistisch-pädagogisches Profil schärfte sie kontinuierlich weiter, unter anderem durch Workshops mit Clemens Zeilinger, Svetlana Bogino, Toms Ostrovskis, Juris Kalnciems. 

Ihr pädagogisches Profil vertiefte sie außerdem durch ein Seminar bei Ulrich Mahlert an der Anton Bruckner Privatuniversität, das sich der systematischen Analyse von Unterrichtsliteratur widmete. Dabei setzte sie sich intensiv mit methodisch-didaktischen Prinzipien, sowie der Auswahl und didaktischen Strukturierung von Repertoire im Klavierunterricht auseinander.

Für Jelena ist Musik kein Ziel, sondern ein Weg – eine persönliche Reise voller Ausdruck, Tiefe und Begegnung.

Als Pianistin, Cembalistin und Pädagogin vereint sie technische Kompetenz, künstlerische Sensibilität und eine authentische menschliche Verbindung – im Unterricht ebenso wie auf der Bühne.